Die Umsetzung von Barrierefreiheit wird durch ein fragmentiertes und uneinheitliches rechtliches Umfeld erschwert. Die gesetzlichen Regelungen auf Länderebene sind nicht harmonisiert, insbesondere im Innenbereich.
Zudem konzentrieren sich die meisten Vorschriften auf den Neubau. Der Großteil der Wohnlösungen für die wachsende ältere Bevölkerung muss aber aus dem Gebäudebestand kommen, da dieser viel umfangreicher ist als der jährliche Neubau
Bestehende Zertifizierungen und alltagsnahe Klassifizierungen (z.B. Filterfunktion auf Willhaben) geben binär Auskunft darüber, ob eine Wohnung barrierefrei ist.
Dabei wird die Barrierefreiheit häufig über die Rollstuhltauglichkeit bewertet, obwohl nur 4% der Menschen mit Behinderungen einen Rollstuhl nutzen.
Informationen darüber, ob eine Wohneinheit leicht umrüstbar oder z.B. für Menschen mit Sinneseinschränkungen nutzbar ist, fehlen. Das führt zu einer ineffizienten Nutzung der vorhandenen Wohnungsressourcen.
Deshalb achten wir nicht nur auf die bestehenden gesetzlichen Richtlinien. Wir ergänzen diese um die Perspektiven verschiedener Bedürfnisgruppen. So fließt auch die Lebenserfahrung von Menschen mit Behinderungen direkt in das Produkt mit ein.
Wir entwicklen ein System, das die Barrierefreiheit nicht mit Ja/Nein bewertet. Stattdessen bewerten wir in Barrierefreiheitsklassen, analog zu den bereits bekannten Energieklassen bei Elektrogeräten.
Dadurch erhalten Stakeholder zusätzliche Informationen über die Nutzbarkeit für verschiedene Bedürfnisgruppen oder über den voraussichtlichen Aufwand für Umbauten.
Zertifizierte Wohneinheiten wird eine einmalige Identifikationsnummer zugewiesen. So schaffen wir Transparenz über die Barrierefreiheits- Klasse einer geprüften Einheit.
Der Anteil der Personen ab 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung wird von 19,7% im Jahr 2023 auf 26,7% im Jahr 2040 zunehmen.
Die Gruppe der 85-Jährigen und Älteren, die den größten Bedarf an altersgerechten Wohnlösungen hat, wird ebenfalls stark wachsen.
Aktuell sind nur zwischen 4% und 13% der Wohnungen sind barrierefrei.
In Wien, wo 13,5% der Bevölkerung mobilitätseingeschränkt sind, sind von den 220 Tsd Gemeindewohnungen lediglich 700 als barrierefrei eingestuft.
Erzähle uns davon und hilf uns dabei, unser System weiterzuentwickeln.
Schreibe uns an kramer@raumgerecht.at, um ein Gespräch zu vereinbaren!